Shoplifting auf Deutsch

This is an article I did about the best supermarkets to shoplift from in Berlin. Warning: the following text is not bad English, it’s German.

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Deutsche Kaufhausdetektive glauben, dass jede zwölfte Person, die einen Supermarkt betritt, ein Dieb ist. Das erste Mal, wenn sie dich kriegen, brummen sie dir nur 50€ auf. Der Durchschnittskleptomane wird in einem von 50 Fällen geschnappt, das heißt, so lange du sicher gehst, jedes Mal Waren im Wert von über einem Euro mitgehen zu lassen, kommst du mit einem Plus wieder raus. OK, da gibt es noch diese Sache, dass man dann vorbestraft ist, aber wer sollte das jemals rausfinden? Ich bin gerade nach Berlin gezogen, also dachte ich, es wäre eine gute Idee bei dem Spaß mitzumachen…
Als Anfänger im Geschäft, dachte ich, die Zufallstäter-Nummer wäre wohl der passendste Einstieg. Du nimmst dir also einen Einkaufswagen, legst deine Jacke ans eine Ende, versteckst ein paar teure Sachen darunter und bezahlst nur für die billigeren Sachen in Sicht des Verkäufers. Wenn der Kassierer dich erwischt, kannst du immer noch so tun, als hättest du das nicht gesehen, dich entschuldigen und für die Sachen bezahlen. Ich versicherte mir selbst, dass ich keine Pussy bin und einfach erst mal meinen großen Zeh ins kalte Wasser stecken muss, bevor ich einen Kopfsprung ins Meer mache. Ich stapelte also erst mal tief und fing im billigsten Supermarkt von Berlin, im Penny an.

Die Mädchen hier hassen ihre Jobs. Die kleinen Bürostühle passen nicht mal richtig unter ihre Wursthintern. Der Sicherheitsmann zieht seine Runden durch die düsteren Regalreihen und ist zu sehr damit beschäftigt, die Minuten zu zählen, bis er sich das nächste mal kurz im kalten Lagerraum einen runterholen kann, als dass er sich ernsthaft dafür interessieren könnte, was du dir unter den Pulli stopfst. Es ist also einfach, aber wenn die meisten Artikel weniger als 50 Cent kosten und ihr bester Fusel billiger als eine Wassermelone ist, dann wirst du—egal, wie gut du dich anstellst—das Gefühl nicht los, dass du gerade aus einer Mülltonne klaust. Trotz der Versuchung mich voll zu packen, habe ich nur eine 30-Cent-Dose Kichererbsen unter meine Jacke geschmuggelt und dann den Einkauf für unter zehn Euro bezahlt. Keiner hat das mitgekriegt und auch wenn ich keine Winona Ryder war, klaute ich zumindest gesund.

Ich wusste, dass ich mit der Zufallstechnik aufhören musste, wenn das damit einherging, dass ich jedes Mal etwas kaufen musste. Beim teuren Kaisers würdest du schon eher denken, dass sie mehr Wert auf Sicherheit legen. Aber abgesehen davon, dass die Reihen zwischen den Regalen hier so weit sind, dass die Kassierer bis nach ganz hinten durch noch den Boden sehen können, machen sie nicht wirklich viel, um Diebe in die Flucht zu schlagen. Die einzigen Kameras, die sie haben, sind vorne an der Kasse und so lange du nicht gerade scharf auf Kaugummis oder Batterien bist, ist der ganze Laden wie ein Baby, dem du die Süßigkeiten klaust.

Ich nahm einen Korb und wanderte durch die Reihen und nahm mal hier, mal da etwas mit, bis ich auf eine Dose italienischer Anchovies traf, die 6,50€ kostete. Ich schob die Anchovies unter meinen Ärmel und machte mich dann auf in Richtung Ausgang, lies den Einkaufskorb einfach neben der Käsetheke stehen und verlies das Gebäude. Abgesehen davon, dass die Anchovies ausliefen und meine ganze Jeans und danach die S-Bahn vollstanken, habe ich gelernt, dass Ladendiebstahl so gefährlich ist, wie ein Messer aus Watte. So lange mein Körper also eine Diät aus Kichererbsen und salzigem Fisch gut verträgt, gibt es also keinen Grund, warum ich in dieser Stadt jemals verhungern sollte.

Der Unterschied zwischen einem Hobbydieb wie mir und einem Langfinger-Veteranen ist nicht die Erfahrung oder Technik, sondern die Eier, die man in der Hose hat. Die Bio Markt-Filialen sind in Berlin so allgegenwärtig wie Taxis. Der Boden in diesen Läden ist so leer und übersichtlich wie ein riesiges Wüstental. Der Azubi im Laden wird es sogar sehen, wenn du eine Traube auch nur anfasst. Wie alle alten Hippies, sind die Leute die hier arbeiten Arschlöcher, die schneller nach dem Establishment rufen würden, als du „Namaste“ sagen kannst. Nachdem ich drei mal in einen Bio Markt gegangen war und mit leeren Händen wieder rauskam, wusste ich, dass man im Bio Markt einfach nicht klauen kann. Eine Freundin von mir lebt schon seit einem Jahr in Berlin und bestreitet ihr Leben mit Trinkgeld. Sie ist eine schreckliche Barfrau und kriegt deshalb nicht gerade viel, also polstert sie ihr Gehalt durch Ladendiebstahl auf und darin ist sie echt gut. ALDI ist ihr Lieblingsrevier, weil auf der linken Seite die Regalreihe so weit ist, dass du direkt durch und vorne wieder rausgehen kannst, ohne dir deinen Weg durch Einkaufs- und Kinderwägen bahnen zu müssen. Kinderwägen sind für Ladendiebe das, was Bremsschwellen für Autoraser sind.

Meine Freundin wollte mir also Nachhilfe geben und mich fit machen in den toten Winkeln und dem Gebrauch des Rückspiegels, kurz gesagt, sie wollte mir helfen, meine Eier zu finden. „Tu einfach so, als wäre es deins und nimm es dir,“ sagte sie. Ich nahm zwei Dosen Thunfisch und steckte sie jeweils in eine meiner Jackentaschen. Fisch war schon immer gut für mich gewesen, sagte ich mir und verzog mich damit nach draußen in die Freiheit.

Am nächsten Tag gingen mein Freund und ich zurück zum ALDI und wurden erwischt mit einem kleinen Flüssigseifenspender in ihrer Tasche. Sie brachten sie in ein Zimmer hinten im Laden und ließen sie dort schmoren, bis die Polizei kam. Sie kann so gut wie kein Deutsch und der Sicherheitstyp konnte noch weniger Englisch. Als die Polizei kam, fuhren sie mit ihr nach Hause, um sich von der Richtigkeit ihrer Adresse zu überzeugen und ließen sie mit dem Wissen zurück, dass ALDI sich innerhalb von einer Woche entscheiden würde, ob sie gerichtlich gegen sie vorgehen wollten. Sie musste die ganze Zeit so schlimm heulen, dass sie fast erstickte und vielleicht hat ALDI deshalb nie etwas Weiteres gegen sie unternommen. ALDI mag die Frauenwelt, so scheint es, und du könntest ihren Safe ausräumen in dem Wissen, dass, solange du brav anfängst du weinen und ein paar Titten hast, du nicht nur umsonst nach Hause kutschiert wirst, sondern sie auch nie etwas gegen dich unternehmen werden.

Jemand hat mir mal erzählt, dass es mehr Spaß macht, Dinge zu klauen, die du nicht brauchst und dass eine der Grundregeln beim Ladendiebstahl ist, dabei Spaß zu haben. Wenn du so weit sinkst, dass du wirklich deinen Lebensunterhalt davon bestreiten musst, dann solltest du ein Telefon zu Hand nehmen und dich jemandem, dem etwas an dir liegt, anvertrauen. Ein guter Indikator dafür, dass Ladendiebstahl immer noch Spaß macht, ist es, wenn du nach Hause kommst und eine bunte Sammlung von Alkohol, Schokoriegeln und Kokosnuss-Schaumbad aus deinen Ärmeln zauberst.

Im Plus gibt es mehr Alkohol und Kokosnuss-Schaumbad, als in allen anderen Supermärkten Berlins zusammen. Außerdem haben sie ein schreckliches Drehkreuz am Eingang und sie sperren immer alle Kassen ab, die gerade nicht benutzt werden, was die Flucht erheblich erschwert. Als ich rein ging, beobachtete ich genaustens den Sicherheitsmann und steuerte vorbei am Joghurt, Käse und Trockenfleisch, direkt auf die Weinabteilung zu. Ich suchte mir eine Flasche aus und schnappte sie mir. Dann stellte ich sie wieder zurück, ging in die Abteilung mit den Konserven und ließ eine Dose Thunfisch mitgehen. Ich werde immer eine Pussy bleiben. Aber passt gut auf eure Fischkonserven auf, wenn ich in der Nähe bin.

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